Mathis   Kamplade
Liebscher
Architekten

Gull-Fenster Instandsetzung / Ertüchtigung

Arbeiten am Institut für Denkmalpflege und Bauforschung ETHZ
Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler   Zürich
2011 – 14
Gull-Fenster Instandsetzung / Ertüchtigung 1
Gull-Fenster Instandsetzung / Ertüchtigung 2
Gull-Fenster Instandsetzung / Ertüchtigung 3
Gull-Fenster Instandsetzung / Ertüchtigung 4
Die Fenster des ETH Hauptgebäudes stammen zu einem grossen Teil aus der Umbauphase von Gustav Gull. Die mehrheitlich zweiflügeligen Verbundfenster sind hinsichtlich der Profil- und Falzausbildung, der Raffinesse der Beschläge und der Solidität der Konstruktion typisch für Gull und weisen grosse charakteristische Ähnlichkeiten zu den Fensterkonstruktionen in seinen anderen Zürcher Bauten auf.
Aufgrund der qualitativ hochwertigen Konstruktion und Verarbeitung befinden sich die bald hundertjährigen Fenster trotz eines nicht immer ausreichenden Unterhalts in einem vergleichsweise guten Zustand.
Um die Fenster für die weitere Zukunft zu erhalten wurden Konzepte für die Instandsetzung und Reparatur erarbeitet und durchgeführt. Grundlegend hierfür war die Analyse der bestehenden Konstruktion und ein exaktes Verständnis für die Ursachen der entstandenen Schadensbilder. Alle geplanten Arbeiten lassen sich durch folgende Prinzipien charakterisieren:

• materialgerechte, d.h. handwerkliche
   Techniken
• Reparatur in situ
• Beschränkung auf das Notwendigste
   (z.B. glaserhaltenden Reparaturen)
• Wiederholbarkeit der Reparatur-
   massnahmen (Reversibilität)

Diese Prinzipien zielen darauf ab die historische Bausubstanz soweit als möglich zu schonen, den Erhalt der Fenster zu gewährleisten und die Durchführbarkeit zukünftiger Instandsetzungsmassnahmen zu gewährleisten.
Für Räumlichkeiten bei denen eine energetische Ertüchtigung der Fenster zwingend war, wurden geeignete, denkmalgerechte Massnahmen entwickelt, welche auch der möglichen Tauwasserproblematik Rechnung tragen.
Für den Nachbau nicht mehr vorhandener Fenster wurden Werkpläne entwickelt, die auf einer präzisen Bauaufnahme der originalen Fenster basieren.

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler.
Am IDB erbrachte Leistungen
Bauforschung, Projektierung, Ausführungsplanung

Bearbeitung von Stephan Liebscher als wiss. Mitarbeiter am Institut für Denkmalpflege und Bauforschung, Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler, ETH Zürich.