Mathis   Kamplade
Liebscher
Architekten

Bauen im Bestand – ETH Hauptgebäude

Arbeiten am Institut für Denkmalpflege und Bauforschung ETHZ
Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler   Zürich
2011 – 2015
Bauen im Bestand – ETH Hauptgebäude 1
Bauen im Bestand – ETH Hauptgebäude 2
Bauen im Bestand – ETH Hauptgebäude 3
Bauen im Bestand – ETH Hauptgebäude 4
Bauen im Bestand – ETH Hauptgebäude 5
Bauen im Bestand – ETH Hauptgebäude 6
Das von Gottfried Semper geplante und 1868 fertiggestellte, denkmalgeschützte ETH Hauptgebäude wurde im 20. Jahrhundert mehrfach tiefgreifend und auf unterschiedlichem architektonischen Niveau umgebaut. Bei den Arbeiten am Hauptgebäude ging es zum einen darum mit den Methoden der Bauaufnahmen, Materialanalyse und Quellenrecherche herauszufinden in wieweit die historische Bausubstanz aus der Semperzeit und der Umbauphase von Gustav Gull noch vorhanden ist, und zum anderen darum Erhaltungskonzepte für diese zu erarbeiten und umzusetzen.

‹Instandsetzung Semperaula›
Die Aula der ETH ist die einzig verbliebene komplette Raumfassung von Gottfried Semper im Hauptgebäude. Die hochwertigen Oberflächenfassungen und das Interieur zeigten umfangreiche Schäden durch Rissbildung infolge Setzungen im Gebäude, vorangegangener Veränderungen des Dachtragwerks und Veränderungen des Haustechnikkonzeptes.
Um zukünftige Schäden zu vermeiden, mussten geeignete Sicherungsmassnahmen im Dachtragwerk geplant werden. Für die Raumfassung wurde in Zusammenarbeit mit Restauratoren und Materialwissenschaftlern geeignete Instandsetzungs- und Konservierungsmassnahmen erarbeitet. Des Weiteren sind gestalterische Konzepte für die unvollendeten Bereiche der Wandfassung und für die Beleuchtung zu erarbeiten.

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler, Dr. Barbra Beckett (Restauratorin) und Dr. Martine Vernooij (Geologin/ Materialwissenschaftlerin) und Dr. Ekaterina Nozhova.


‹Instandsetzung Korridore›
Die in den Korridoren des ETH Hauptgebäudes vorgefundene Raumfassung stammte aus der Zeit des Umbaus von Ch. E. Geisendorf in den 1970er Jahren. Sie stand in einem Wiederspruch mit dem noch lesbaren architektonischen Konzept aus der Bauphase Semper / Gull, welches sich durch die noch verbliebenen historischen Bauglieder zeigt. Die vorangegangene, architektonisch anspruchsvolle Gull'sche Raumfassung konnte aufgrund umfangreicher Archivrecherchen und Untersuchungen am Gebäude in ihrer Materialisierung, Farbgebung und Ausformulierung belegt werden.
Aus diesem Grund wurde im Rahmen der ohnehin notwendigen Instandsetzungsmassnahmen die Gull'sche Raumfassung wiederhergestellt.
Im Rahmen der Instandsetzungsarbeiten wurden die hochwertigen Stuckdecken wieder freigelegt und repariert. Im Bereich der Wände wurde wo möglich die Überfassung von Geisendorf entfernt und die historischen Putzoberflächen restauriert. Wo dies nicht möglich war wurden diese nachgestellt. Hierbei bedurfte es einer intensiven Auseinandersetzung mit historischen Maltechniken und dem nachstellen nicht mehr vorhandener Malwerkzeuge.
Im Rahmen der Arbeiten galt es auch die Leitungsführung der elektrischen Installationen und der Brandmeldeanlage denkmalsgerecht anzupassen und neu zu planen.
Vorangegangene, nicht fachgerecht ausgeführte Reparaturen wurden entfernt und fehlende Bauteile des Innenausbaus wiederhergestellt.

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler und Dr. Barbara Beckett (Restauratorin).
Bauleitung: Rolf Hintermann, ArchiNet
Bauzeit: 2012-15
Am IDB erbrachte Leistungen
Bauforschung, Konzeption, Ausführungsplanung

Bearbeitung von Stephan Liebscher als wiss. Mitarbeiter am Institut für Denkmalpflege und Bauforschung, Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler, ETH Zürich.